Delegiertenversammlung des Spital Thusis und Information zum Fusionsprojekt mit Spitex Viamala

Die sehr gut besuchte Delegiertenversammlung des Spitals Thusis genehmigte die Betriebsrechnung 2018. Neu im Stiftungsrat nimmt Frau Sonja Gadola aus Pignia Einsitz.

Präsident Curdin Capaul aus Thusis führte die Delegierten der Spitalregion Heinzenberg/Domleschg/Hinterrhein/Albula durch die ordentliche Delegiertenversammlung. Erfreulicherweise waren fast alle 26 Trägergemeinden anwesend. Dies zeigt die grosse Identifikation mit dem Spital Thusis. Spitaldirektor Reto Keller berichtete zu Beginn über die aktuelle Tarifsituation, die Entwicklungen im Gesundheitswesen und die wichtigsten Kennzahlen des Jahres 2018.

Betreffend Tarife im stationären Bereich besteht immer noch eine grosse Unsicherheit, die Verhandlungen sind grösstenteils gescheitert, man wartet auf Festsetzungen des Kantons. Im ambulanten Bereich hat der Bundesrat mit seinem Tarifeingriff Mindereinnahmen verursacht. Dies verursacht einen Rückgang des Kostendeckungsgrades auf 70%.  Im Rechnungsjahr 2018 konnten die stationären Fallzahlen um 92 Fälle oder um 9.5% erhöht werden. Wegen tieferen Fallgewichten ergaben sich aber trotzdem Mindereinnahmen. Die Verschiebung vom stationären in den ambulanten Bereich stellt für die Spitäler eine grosse Herausforderung dar. Die Vergütung im ambulanten Bereich ist im Kanton Graubünden fast 3 x so schlecht wie im stationären Bereich. Der Aufwand nahezu gleich gross. Für die Krankenversicherungen und für die Kantone bedeutet das eine finanzielle Entlastung. Es ist zu hoffen, dass dies schlussendlich auch den Prämienzahlern zu Gute kommt.

Die finanzielle Belastung der Trägergemeinden hat sich im Jahr 2019 leicht reduziert. Pro EinwohnerIn kostet das Spitalwesen noch Fr. 148.89. Der grosse Brocken sind die Fallbeiträge für die Spitalaufenthalte der Einwohnerinnen und Einwohner der Region in allen Schweizer Spitäler und Kliniken. Leider fliesst nach wie vor zu viel Geld aus der Region und noch schlimmer aus dem Kanton hinaus.

Die Jahresrechnung schliesst mit einem Defizit von Fr. 578‘582.49. Dies ist praktisch gleich hoch wie im Vorjahr, aber leicht höher als budgetiert. Das ganze Umfeld mit tieferen Tarifen und weniger Einnahmen wegen der Verschiebung in den ambulanten Bereich fordert alle Beteiligten stark heraus. Entsprechende Massnahmen wurden den anwesenden Delegierten erläutert. Die Betriebsrechnung 2018 wurde einstimmig genehmigt.  

Im 2018 wurde wiederum einiges für die Zukunft investiert. Die umgebaute Notfallstation mit integrierter Tagesklinik überzeugt durch sehr helle und funktionale Räumlichkeiten. In 10 multifunktionalen Kojen mit viel Privatsphäre können die Patienten neu ohne grosse Wartezeiten behandelt werden. Die neue Medizinische Trainingstherapie ist ebenfalls sehr gelungen und wird schon nach kurzer Zeit rege genutzt. Die Nachfrage für die Physiotherapie ist nochmals stark gestiegen.

Nach 15 Jahren Tätigkeit als Stellvertreterin und Stiftungsrätin musste Patricia Zimmermann aus Andeer aus beruflichen Gründen ihren Rücktritt geben. Als Nachfolgerin im Stiftungsrat portierte die Gemeinde Andeer Frau Sonja Gadola aus Pignia. Die Delegierten wählten die Kandidatin einstimmig.

Im Anschluss an die Delegiertenversammlung orientierte Stiftungsratspräsident Curdin Capaul zusammen mit dem Präsidenten der Spitex Viamala, Johannes Pfenninger, über die Fusionspläne der beiden Institutionen. Die regionale Gesundheitsversorgung soll in einem schwierigen Umfeld für alleinstehende Unternehmungen gestärkt und gesichert werden. Durch Nutzung von gemeinsamen Synergien sollen Kosten optimiert werden. Für die Patienten, Klienten und Angehörigen soll es künftig einheitliche Ansprechpartner für ambulante und stationäre Leistungen geben. Ebenso wichtig ist die Sicht der Arbeitnehmer. Insgesamt 250 Personen arbeiten in den beiden Betrieben. Als starker Arbeitgeber mit vielen Ausbildungsstellen will man attraktiv sein auf dem umkämpften Arbeitsmarkt.

Die Fusion soll mittels Vermögensübertragung des Vereins Spitex Viamala auf die Stiftung Spital Thusis vollzogen werden. Die bestehenden Anstellungsverträge werden vollumfänglich übernommen. Für die Gemeinden gibt es keine grossen Veränderungen. Die bestehende Finanzierung mittels Leistungsvereinbarung bleibt bestehen. Der definitive Fusionsentscheid soll von beiden Betrieben am 22. August 2019 gefällt werden, der operative Start ist auf den 01.01.2020 vorgeshen.

Mit einem reichhaltigen Apéro aus der Spitalküche wurde der Anlass würdig abgeschlossen.

Reto Keller, Spitaldirektor

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