Zuweiser
AUSSERORDENTLICHE DELEGIERTENVERSAMMLUNG
DER STIFTUNG GESUNDHEIT MITTELBÜNDEN
An der Versammlung vom Dienstagabend, 18. März 2025 haben die Delegierten der verantwortlichen Gemeinden einstimmig die künftige Ausrichtung der Gesundheit Mittelbünden beschlossen. Sie reagieren damit entschlossen auf die tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen und die Versorgungsstrategie des Kantons.
Diese Ausgangslage führt dazu, dass die seit Sommer 2024 geschlossene Geburtshilfe nicht wieder geöffnet wird. Die Gesundheit Mittelbünden bietet weiter ein gynäkologisches Angebot und Hebammensprechstunden an, stärkt die Grundversorgung und stellt die Weichen für innovative Ansätze und Kooperationen. Damit will die Gesundheit Mittelbünden die finanzielle Belastung für die Gemeinden verringern und sich strategisch und dynamisch aufstellen, um den Betrieb und die Gesundheitsversorgung der Region langfristig sicherzustellen. Der Stiftungsrat hat für die Umsetzung der Transformation und die Leitung des Spitals eine neue Führung eingesetzt.
Gesundheit Mittelbünden 2.0: «Modern, zuverlässig, vernetzt und wirtschaftlich tragbar»
Eine der diskutierten Varianten («Status quo») sah vor, die Gesundheit Mittelbünden mit dem Spital Thusis in seiner bisherigen Struktur und Organisation fortzuführen. Die Delegierten haben sich aufgrund des Fachkräftemangels, der hohen finanziellen Belastung und der Versorgungsstrategie des Kantons entschieden, diese Variante nicht weiterzuverfolgen. Die vom Kanton eingeholte KPMG-Studie empfiehlt zudem dringend eine Reduktion des Leistungsumfangs für das Spital Thusis. Zudem teilte der Kanton mit, dass aus Versorgungssicht in Nordbünden grundsätzlich nur eine Geburtshilfe notwendig sei. Die Delegierten haben sich daher einstimmig für eine Neuausrichtung und Redimensionierung des Spitals entschieden. Das Ziel besteht darin, auch künftig eine moderne und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen, attraktive Arbeitsplätze zu erhalten und gleichzeitig die Kosten für die Gemeinden zu senken. Damit folgt die Gesundheit Mittelbünden der kantonalen Versorgungsstrategie und der Expertise der PwC-Experten, welche eine schnelle Transformation empfehlen. «Ein schweizweiter Vergleich zeigt, dass Regionalspitäler, die sich jetzt anpassen und transformieren, gute Chancen haben, in Zukunft weiterhin eine moderne Grundversorgung zu bieten und gleichzeitig möglichst wirtschaftlich zu bestehen», erklärt Werner Natter, Präsident der Gesundheitsversorgungsregion Albula/Viamala. Aus diesem Grund haben die Gemeinden nun entschieden, eine neue Ära einzuschlagen und bis Ende Jahr die Transformation vorzunehmen.
Spital Thusis: Eine starke Grundversorgung mit innovativen Ansätzen
Um auch künftig eine zuverlässige, qualitativ hochstehende und persönliche Gesundheitsversorgung für die flächenmässig grösste Spitalregion Graubündens zu bieten, stellt sich die Gesundheit Mittelbünden deshalb strategisch neu auf. Durch den Wegfall der Geburtshilfe werden hohe Vorhalteleistungen für die Trägergemeinden reduziert. Die weitere Grundversorgung, insbesondere des Basispakets Chirurgie und Innere Medizin mit Notfallstation, soll gestärkt werden. Mit diesem Schritt werden Arbeitsplätze gesichert, der Betrieb stabilisiert und die Basis für moderne, innovative und vernetzte Ansätze gelegt. Durch den Seite 1 von 2 Aufbau starker Partnerschaften mit anderen Spitälern, Gesundheitsorganisationen und spezialisierten Einrichtungen sollen den Patientinnen und Patienten schweizweit zukunftsweisende Behandlungsmethoden und moderne Therapien zugänglich gemacht werden. Innovative Konzepte wie Flying Doctors, Telemedizinangebote und weitere moderne Gesundheitslösungen werden intensiv geprüft. Zudem soll auch das Netzwerk mit ansässigen Hausärztinnen und Hausärzten gestärkt werden. «Dank unserer engen Vernetzung können wir Patientinnen und Patienten massgeschneiderte Angebote bereitstellen, die auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind» - erklärt Christian Rathgeb, Stiftungsratspräsident.
Geburtshilfe: Umfassende Beratungsangebote für Frauen in der Region
Die Delegierten und der Stiftungsrat bedauern sehr, dass die Geburtshilfeabteilung des Spitals Thusis nicht wiedereröffnet werden kann. Der akute Fachkräftemangel führte im vergangenen Sommer dazu, dass die Geburtshilfe geschlossen und ausgelagert wurde. Die personelle Situation hat sich nicht verbessert und auch die kantonale Strategie stützt eine Weiterführung der Geburtsabteilung am Spital Thusis nicht. «Es ist uns wichtig, dass wir auch künftig umfassende Beratungsangebote für werdende und junge Mütter anbieten können. Dies decken wir mit einem gynäkologischen Angebot mit einer Hebammensprechstunde, unserer Elternberatung oder mit der Physiotherapie ab», erklärt Letizia Parpan, Leitende Hebamme vom Spital Thusis. Zusätzlich stellt die Stiftung freischaffenden Hebammen interne Räumlichkeiten zur Verfügung. Mit diesem Angebot sollen junge und werdende Mütter und Frauen jeden Alters weiter umfassend beraten und betreut werden. Positive Signale gibt es bereits seitens Kanton. Dieser hat signalisiert, dass er beispielsweise ein Angebot, welches mit allen freischaffenden Hebammen abgestimmtes ist, finanziell unterstützen könnte.
Neue, erfahrene und lokale Führungskraft: Sandro Pirovino übernimmt Leitung als CEO
Der Stiftungsrat hat entschieden, die Geschäftsleitung per 1. Mai 2025 zu verkleinern und die Leitung per sofort neu zu besetzen. Marco Oesch verlässt die Organisation nach erfolgreicher Zusammenarbeit im Einvernehmen. «Marco Oesch hat die Gesundheit Mittelbünden in einer entscheidenden Phase geprägt. Mit seinem visionären Einsatz hat er nicht nur nachhaltige Strukturen geschaffen, sondern auch wegweisende Projekte initiiert und die Grundlage für eine zukunftssichere Patientenversorgung gelegt. Durch seine Führung konnten wir bedeutende Effizienzsteigerungen realisieren – stets mit dem Ziel, die Qualität unserer Dienstleistungen zu erhalten», würdigt Rathgeb die Leistungen Oeschs. In einem Auswahlverfahren hat sich der Stiftungsrat für Sandro Pirovino als interne, lokal verankerte und erfahrene Führungspersönlichkeit entschieden. Pirovino, bisher COO, hat die Neuausrichtung des Spitals mit einem interdisziplinären Team erarbeitet. Er verfügt über eine fundierte betriebswirtschaftliche Ausbildung und hat in den vergangenen Jahren verschiedene Führungsfunktionen in der Stiftung wahrgenommen. Pirovino kennt den Betrieb und die Mitarbeitenden und ist im Gesundheitswesen bestens vernetzt. Für den Stiftungsrat ist es wichtig, unter der Leitung von CEO Pirovino die Transformation umgehend umzusetzen und die Stiftung in die Zukunft zu führen. «Ich freue mich, mich gemeinsam mit den Gemeinden, den Gremien unserer Stiftung und unseren Mitarbeitenden in dieser anspruchsvollen Situation für eine moderne Gesundheitsversorgung mit attraktiven Arbeitsplätzen in unserer Region einsetzen zu können.», ergänzt Pirovino.
